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14.09.2009 10:00:23

Ab 2010 wird es besser


Nach Entlassungen im Januar:
Chopard-Chef Scheufele glaubt an die Erholung aus dem Fernen Osten


Die Bilanz der vergangenen Monate ist auch für Karl-Friedrich Scheufele nicht angenehm – aber auch nicht dramatisch. Seine Uhrenmanufaktur Chopard musste im Januar von 1780 Mitarbeitern „nur“ 80 entlassen, für die Produktionen in Meyrin und Fleurier wurde Kurzarbeit angeordnet. „Kurzarbeit hilft uns, die Mitarbeiter und ihr Wissen und Können im Unternehmen zu behalten“, sagte Scheufele gestern der „NZZ am Sonntag“ – und rechnet schon bald mit einem Aufschwung. „Ich gehe davon aus, dass bis Ende 2009 oder Anfang 2010 in unserer Branche eine Besserung zu spüren sein wird. Die Erholung kommt vom Fernen Osten. China und die umliegenden Länder sind ja auch nie so stark eingebrochen wie etwa die USA.“

[caption id="attachment_855" align="aligncenter" width="525" caption="Die Chopard-Chefs: Karl-Friedrich Scheufele (l.) mit seinem Vater Karl"]Karl-Friedrich Scheufele[/caption]

Mit einem Umsatzrückgang von 20 Prozent steht Chopard im Vergleich zur Gesamtbranche noch relativ gut da, findet Scheufele. „In der Krise hat sich das eigene Verkaufsnetz mit weltweit rund 120 Geschäften als stabilisierend erwiesen.“ Trotzdem zahlt auch der Sohn des ehemaligen Pforzheimer Juweliers Karl Scheufele, der 1963 die Uhrenmanufaktur vom damals 80-jährigen Paul André Chopard erwarb, seinen Tribut an die aktuelle Wirtschaftslage. In Fleurier lässt Scheufele gerade eine neue Fabrik für Rohuhrwerke bauen, die eigentlich in 18 Monaten fertig sein sollte. „Wegen der momentanen Zurückhaltung auf den Märkten werden wir das Projekt aber erst in drei Jahren realisieren können“, erklärt Scheufele.

Besonders die Entwicklung von Hochfrequenz-Uhrwerken steht bei Chopard zurzeit auf dem Programm: ein mechanisches Uhrwerk mit 57600 bis 72000 Halbschwingungen pro Stunde. Scheufele: „Die höhere Frequenz verbessert die Ganggenauigkeit und vereinfacht für den Uhrmacher die Regulierung des Uhrwerks. Zudem wird die Uhr widerstandsfähiger. Wenn sie von außen einen Schlag erhält, wird sie nicht so rasch aus ihrer Bahn geworfen wie ein Langsam-Schwinger, der sich erst wieder einpendeln muss.“ Um dieses Uhrwerk bauen zu können setzt Chopard auf Siliziumtechnik. „Weil wir beim Regulierungsorgan Silizium einsetzen, braucht es kein Öl mehr. Die Abnützung ist viel geringer und ermöglicht erstmals die Realisierung von Hochfrequenz-Uhrwerken.“

Dieser Beitrag wurde mit Branchennews, Uhrenbranche, Marktreport, extern verschlagwortet.

 

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